12. Tag: Doch noch ausführlicher
Geschrieben von Moses (Mail)
Montag, 10. August 2009 um 23:34

Das erste Mal aufgewacht um 4:15 Uhr, kalt, Tau, Mond zu sehen, Rücken nervt.
7:30 Uhr: halte es nicht mehr aus, gehe in die Büsche, belustige mich über Bootssteg, Durcheinander von Jugendlichen, sehr nebelig.

Nutella, Zeit zum Schreiben, sicherheitshalber in Word, dann gespeichert, kopieren in Mail und dann versenden. Word ließ irgendwann keinen Buchstaben mehr zu, kein Speichern möglich, angeblich kein Platz, alles mögliche gelöscht, kopieren in Zwischenablage gelang auch nicht, irgendwann dann die Meldung ich solle Gerät zurücksetzen. Ich könnte auf dem Bootssteg zwei, drei Bretter weiter nach hinten rücken ... falsch ... Hilfe verriet: An PC anschließen und irgendwas mit activeSync machen ... aha ... windoof mobile ... wofür hab ich das Ding, wenn ich dann doch einen großen Rechner brauche. Also nüscht ist mit Text für gestern. Alles futsch. Mit den SMS ist's auch passiert und Web.de schaltet manchmal einfach ab. Schreiben wird zur Glücksache.
Ich probierte es nochmal über Web.de, Postfach voll ... erst Mails löschen. Habe ich eine halbe Stunde lang gemacht ... alles einzeln, dann gemerkt, das ungelesene Mails nicht gelöscht werden, ist wohl sicherheitshalber, auch kein Spam. Also war eigentlich nichts passiert.
Vorschreiben in Textverarbeitung geht auch nicht mehr - erstaunlich aber, dass das Ding nach der Komplettwasserung überhaupt noch geht.

Bis 12 Uhr habe ich gebraucht, um Badesprosse wieder flott zu bekommen. Habe endlich das Transportwägelchen auseinandergenommen und verschwinden lassen.

Flipps ist Kapitän geworden, ist navigatorisch Ranghöchster, kennt sich besser aus mit Meer und so und mich brauchts nicht mehr zu kümmern, dass ich besser nicht den Neder-Rijn zum Lek sondern Waal gefahren wäre.

Wasser wie Honig ist schon kein schlechter Ausdruck gewesen, einen Mühlstein denke ich, haben mir irgendwelche Strolche unters Boot geschnallt. Der Rumpf scheint sich festzusaugen, läuft einfach nicht.

In Rhenen mache ich Sightseeing und Einkaufsbummel.
Danach konzentriere ich mich genau auf die Paddelschläge, weit vorn stechen, sehr senkrecht durchziehen, dabei den oberen Unterarm anschauen können, Körper leicht drehen und etwas nach hinten neigen, die obere Hand dabei leicht öffnen und Paddel gleichmäßig über die andere durchs Wasser hebeln - lang und gleichmäßig ziehen, Bootsrhythmus finden, Bug nichen lassen.
Geht wieder.
Sonntag hatte ich komplett die Techniken vernachlässigt, mehr im Boot rumgelümmelt und rechts und links das Blatt durchs Wasser platschen lassen. 

Beonderes:
Bei Anlegemanöver nicht auf vorbeifahrendes Schiff geachtet, Boot war noch nicht sicher, Schwelle kam hoch und heftig, Ruder in Steinen verklemmt - man siehts, hörts und man kann nichts tun ... Drehachse verbogen, Halterung lose, Trockendock ist angesagt ... jedenfalls noch vor Amsterdam.

Brot gekauft, sehr dunkel, trotzdem wie Toastbrot, kann man zusammdrücken und auch aufrollen wie eine Isomatte, aus der dann die Luft entweicht. Ist dann etwa so dick und formstabil wie Zigarren. Leckerei ist es trotzdem!

Fährenrennen geht so:
Fähre sichten, raten, an welcher Seite man durchkommt, die streng durchfahren und feste Paddeln, damit es klappt (oben bechriebene Paddelführung wird dabei noch mit Körpereinsatz unterstützt, der eher an Rudern erinnert) ... Badesprosse kann dann sehr schnell sein. Unbeladen und dann wie vorgesehen zu zweit ist das bestimmt geölter Torpedo.

Standort: Camping an Fähre zwischen Amerongen und Eck en Wiel ...
Kantine schloss zeitig um Viertel vor statt um Neun, zum Kaffeekochen überredet, bis zwanzig nach geblieben, dabei 20% Akkukapazität bekommen (keine Steckdosen in Waschräumen).

Badesprosse wegen der vielen Kids mit Plane abgedeckt ... gut gewesen, nach Kaffee schon mehrere Liter Wasser gesammelt, die nicht im Boot sind. Er regnet in kurzen Schüben, manchmal mit fester Böe.

Wunschziel Morgen: Amsterdam-Rijn-Kanaal, an Utrecht vorbei.

Gute Nacht
Mo

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