2. Tag: Endlich Urlaubsstimmung!
Geschrieben von Moses (SMS)
Freitag, 31. Juli 2009 um 19:44

Pärchen an einem Wehr getroffen, fuhren Kanadier mit Stechpaddeln. Legten sich bei mir ins Päckchen, als ich das mit "Lebensgefahr" und "Befahren verboten" gekennzeichnete Höllentor begutachtete. Erzählten von einigen Touren in Schweden und Kanada und wanderten dann mit ihrem Boot zur Straße.

Ich stieg ein, holte Schwung und runter das Wehr - habe nicht einmal Wasser aufgenommen.

Pünktlich gegen sechs wieder ein "lebensgefährliches" Wehr mit einer feinen Anlegestelle, Sandgrund - gegenüber eine Einstrick-Tellersitzschaukel ins Wasser und oben ein Lagerplatz, etwa bei Mettinghausen/Lipperode. Fein, denk ich, eben, gemäht und Feuerstelle in der Mitte. Groß genug für eine Wagenburg, als ich einen Trecker kommen höre. Ein Oldie-Trecker, drauf ein Mann mit Kindern ...
Landleben ... Ein Trecker kommt selten allein - die ausgedachte Wagenburg baute sich nach und nach auf: sieben Oldie-Trecker und ein Unimog. Besatzung Männer, Kinder, Holz, Feuerkübel, Trinkwasser für Hundertschaften, Campingmöbel, Zelte, aber eben auch Händies, Letherman, Fichtenmoped und Streitaxt, Musik zwischen Neil Diamond und Pink Floyd.

Habe brav gefragt, ob ich hier bleiben darf, ist ok für eine Nacht. Zelt ist aufgebaut und ich gönnte mir erstmal einen superstarken Kaffee. ~Hach~

Das Boot hat Bruchstellen. Es war ja hauptsächlich der Küchenkoffer, der die Rückenlehne zerschlug. Die 12 Eier sind aber heil geblieben, drauf lag "die Fälschung der Welt" von Wiliam Gaddis - ein starkes Buch ...

Grad trifft die erste Frau ein, auf der anderen Flussseite sitzen Angler, die riefen, daß sie hoffentlich nicht stören. Sie Sonne senkt sich hinter die Pappeln, es wird kühler und ich richte jetzt mein Zelt mit den getrockneten Sachen ein. Aber dann werden ein paar Eier mit Speck vertilgt.

Und zuletzt an dieser Stelle ein Dank an Webbie, die meine SMS ins Internet stellt.
Daumen-hoch-Mails, Glückwünsche und Bravorufe an tour[ät]kuenstlerei-moses.de

Mo aus der Badesprosse

 
gern geschehen! ::::)
Geschrieben von Webbie
Freitag, 31. Juli 2009 um 22:00
freut mich, daß ich dich zumindest auf diese art "begleiten" kann ...
hab einen schönen badesprossen-urlaub, mo!
webbie
::::)

 
4. Tag: Sonntagmorgen und Rückblick
Geschrieben von Moses (SMS)
Sonntag, 02. August 2009 um 09:19

Sonntag. Es glockt. Halte im Kehrwasser, denn es ist zu viel los, um sich einfach treiben zu lassen.

Der Kameradeckel ist eben in irgendeiner Bootsritze verschwunden, weil eine saufende Kuh im Wasser stand, schnaubend und kulleräugig fotografiert werden wollte.
Familie Schwan mit ihren vier Jungen schaute nur kurz auf und verbargen ihre Schnäbel wieder unter den Flügeln.
Meister Wasserratte sucht stromaufwärts das Weite und im Zickzack versucht eine Ente, Flügellahmheit vortäuschend, das Fangmichdoch.

Die Nacht war gut.

Aber erst nochmal zurück zu Freitag.
Es dauerte nicht lange und die Kinder waren mit der einzigen Frau verschwunden. Doch Männerrunde.
Nach den ersten paar Bieren am Lagerfeuer mit ordentlich Gegrilltem gab es Maikäferflugbenzin. Nach Leckereien riechender Kräuterschnaps, der gut brennt.
Durchgehechelt wurden alle möglichen Stokeligkeiten aus dem letzten Jahr, ein wenig Fachgesimpel über die Trecker. Ich fand heraus, dass man die Treckerreifen immer noch irgendwo bekommt - und wenn es sein muss, eben aus Uruguay.

Gegen eins wurde es ruhiger, tiefer Schlaf und zum Abschluss das Fintenmoped als Morgengruss. "Jetzt alle wach?" rief der Spassvogel und ich überlegte, wie ich am einfachsten aus Schlafsack und Zelt zur Morgentoilette komme.

Bis ich im Boot sass wurde es zehn und wurde von einigen Neugierigen verabschiedet. Dabei waren der Solarenergetiker und der Karnevalswagenbauer.

Um viertel nach eins war ich in Lippstadt an der zweiten Bootsgasse meines Lebens. Diese werden gebaut, um Gefahrenzonen umfahren zu können. Sie funktionieren wie Fischtreppen, nur ohne Stufen. Eine prima Idee.
Auf der Pader und vor allem am Lippesee fehlen an vielen Stellen leider solche Einrichtungen.
Der Auslauf des Lippesees ist ein schön anzusehender unbefahrbarer Überlauf, am Endergebnis der Umflut, die man ab Mitte 2010 befahren darf, ist eine Wildwasserstelle (schätze WW2) ... Da müsste man mal nachdenken.
In Lippstadt an der Bootsgasse ist ein feiner Tisch, Parkplatz und eine prima Einstiegstelle.
Lippstädter Wasservögel sind Bootsfahrern gegenüber völlig entspannt.

Von einem Kanutenpärchen bekam ich den Tipp: Bootsgasse, hinter dritter Brücke rechts, gelb angestrichener Neubau, da sollte ein Bootsmensch wohnen und seinen Laden haben.
Den habe ich gefunden, festgemacht, Treppe rauf, am Törchen stehengeblieben und den Herren, der mit dem Rücken zu mir sass, gerufen, hörte nichts, auch kein Pfeifen. Ich betrat das Grundstück nicht. Habe vergessen, ob ich ihn nicht erschrecken wolle oder wegen der Schicklichkeit.

Von gestern Nachmittag bis heute Früh vielleicht heute Abend.

Mo

PS: Danke für die vielen Grüße ... ich winke zurück!

 
6. Tag: Unterwegs auf der Lippe
Geschrieben von Moses (SMS)
Dienstag, 04. August 2009 um 08:15

Huhu,

gestern morgen wachte ich im Ruderclub Hamm (Leistungsstützpunkt) auf.

Befinde mich heute schon wieder in Fahrt. Füße und Hände machen der Badesprosse alle Ehre. Bin kurz hinter Lünen. Brauche frisches Wasser. 

Sehe gerade zwei Kaninchen - nee drei, putzen sich am Westufer in der Morgensonne. Viele Wasserpflanzen. Ziemlich großer Grashüpfer rettete sich beim Frühstück über das Ruder auf's Heck, legte ihm Paddelsteg an Land, dafür braves Model.

Von den Bootsumsetzungen zwischen Lippstadt-Hamm von vorgestern und Hamm-Lünen berichte ich, wenn wieder Stromnetz.
Kann nicht herausfinden, wie groß meine Etmale waren, keine km-Angaben am Flussufer. Hoffe mich an die Geschichten bei Bilderdurchsicht zu erinnern.
Lippe fließt kaum, muss paddeln.

Groß-Gruß von FLIPPS, Kuschelpinguin, Passagier und Galionsfigur auf seiner Exkursionsetappe zum Nordpol, doppel-Palstek-gesichert.

Mo. 

 
6. Tag: Abendroutine
Geschrieben von Moses (SMS)
Dienstag, 04. August 2009 um 08:22

Brauche Dusche, mein Kinn wächst zu. Finger abends nicht zu gebrauchen. Es kommt immer erst das Boot, dann Essen, dann schlafe ich meist ein.
Gestern ist meine Armbanduhr auf viertel vor sieben stehen geblieben, gemerkt habe ich das erst kurz vor Sonnenuntergang.

 
6. Tag: Gruß und Umwege
Geschrieben von Moses (SMS)
Dienstag, 04. August 2009 um 15:11

Hier der öffentliche Gruß an alle Leser und besonders an die Schladminger.

Liege gerade vor Anker an der Kreuzung Lippe/Dortmund-Ems-Kanal.

Es ist heiß, Flipps will Eis und ich bin etwas angefressen gewesen. Zwei Wehre bisher, eins mit Fischumflut - Steine drin, unfahrbar - das zweite zu wenig Wasser und Eisenarmierung - 300 m Bootsschleppen.
Danach ging es endlich wieder flüssig bis zur letzten Brücke: Letzte Aussetzmöglichkeit vor Baustelle - Lebensgefahr. Zwei Nackedeis vergnügten sich im Gras am Ufer - haben mich, glaube ich, nicht bemerkt. Baustelle inspiziert, neue Kanalbrücke fertig, alte fast abgerissen, außer Schiffsschraubenlärm von oben nur Geplätscher. Ich komme also doch weiter, auch wenn die Farmer neue Zäune ziehen, die Bootstore mit Schlössern versehen.

Ich mache eine Bootswanderung und fahre vornehmlich auf dem Fluss - da können die Ratten gerne Stein spielen, die Fische ins Boot hüpfen, die Nackerten umeinanderspringen ...
Ich hatte Schäfchen zur Linken, das Glück wird uns winken! Ahoi von der Bootsmannschaft: Badesprosse, Flipps, Trolly, Anker und der restliche Ballast.

Jetzt gibt es eine Dose Frucht-Cocktail und dann geht's weiter, bevor mir der Nacken versengt.
HACH - ist das ein Traumwetter!

Mo 

 
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