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Geschrieben von Webbie
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Donnerstag, 06. August 2009 um 21:12 |
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moses hat angerufen! (um ca. 17:30) er läßt euch grüßen! er befindet sich auf einem großen campingplatz kurz hinter wesel, dem "erholungszentrum gravinsel", hat also schon ein paar meter am rhein hinter sich ("die schiffe machen große wellen, ist lustig zu fahren!") ... jetzt ist moses frisch geduscht und rasiert, das erste mal seit 8 tagen *gg* (heute früh gab's allerdings noch eine selbstportrait-fotosession - flipps ist auch mit am bild.) gestern abend schrieb er ein langes SMS ... das nicht gesendet wurde! speichern ließ es sich auch nicht! kein wunder, hatte doch das händi gerade ein ausgiebiges bad in lippewasser hinter sich, alles funktioniert eben danach nicht mehr ::::/ von der ursache, einer rasenten wildwasserfahrt (und dem anschließenden trockenlegen mit technischen feinheiten) wird moses noch berichten. die geschichten, die er schon getippt hatte, hat er hoffentlich auch nicht vergessen. ein paar stationen der letzten tage hat er mir erzählt: 6. tag: in der nähe von flaesheim fragte er ein paar betrunkene bauern an einer pommesbude, ob sie einen platz zum zelten für ihn wüßten. einer der drei hat ihn auf ein stück wiese direkt an der lippe eingeladen, das ihm gehört (seine "lippewiese"). wie diese wiese zu finden ist, wurde von den dreien allerdings so umständlich beschrieben und so oft wiederholt, daß moses erst weiterfahren konnte, als es schon dunkel war und der nebel aus der lippe aufstieg. gefunden hat er die wiese erst am nächsten morgen - gezeltet hat er auf einer wiese kurz davor. was gut war, denn im dunkeln hätte er die stromschnellen, die noch am weg lagen, kaum bewältigt. 7. tag: in haltern gibt's die genialste einkaufsmöglichkeit für boote! direkt unter der brücke anlegen, gleich daneben zwei tankstellen mit shops, supermarkt, bäckerei, apotheke ... ! (in der hundefutter-abteilung im supermarkt hat er flipps' lieblingsspeise gefunden: pal-steak *grins*) kurz nach dorsten liegt der einzige zeltplatz ("heisterkamp"?), den moses an der ganzen lippe gefunden hat, allerdings direkt neben der lauten autobahn! in der nähe von hünxe fand die wildwasserfahrt mit unfreiwilligem händi-baden statt (wenn ich das jetzt nicht alles verwechsel - ?) und anschließende trockenlegung auf einer sandbank. auf einer kleinen insel konnte moses dann das zelt zum trocknen aufstellen (vorne und hinten geöffnet) und sich um das restliche, in mitleidenschaft gezogene zeug kümmern ... aus seinem zelt starrte ihn plötzlich eine bisamratte an! in panik flüchtete der nager. und zehn minuten später: die gleiche szene noch einmal! moses dürfte da ein nest gefunden haben *gg* 8. tag: moses hat also heute die lippe verlassen. der gesamte fluss hat 220 km, er begleitet ihn seit schloß neuhaus (ein paar km nach seiner quelle). vorher ist er die 4 km der pader entlanggepaddelt. und das alles in knapp 7 tagen (am ersten tag nur ein paar stunden am nachmittag, heute bis ca. mittag). am campingplatz gravinsel wird er sich (und seine ausrüstung) morgen noch regenerieren, sich unters rheinländisch/ruhrpöttische volk mischen und seine urlaubsstimmung genießen ... und übermorgen dann den rhein hinunterfahren - richtung nordsee ... liebe grüße! webbie ::::) |
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Geschrieben von Webbie
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Samstag, 08. August 2009 um 13:13 |
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moses hat heute vormittag versucht, zwei SMS zu schicken. eins davon ist angekommen, das andere leider nur unvollständig. hier das vollständige: Habe mich eben noch gewundert, wie viele Menschen genau beobachtet haben, was ich alles trieb: "Spachtelung fertig?", frug einer und war dann sehr erstaunt, dass ich wirklich mit dem Boot weiterfahre. Es ist bedeckt, lauwarm und irgendwie schwül. Die Leute sind emsig mit Frühstück und Waschaktionen zugange, viele Autos sind unterwegs Richtung Streichelzoo, Flohmarkthändler. Am rechten Zeigefinger habe ich einen Verband, gemacht von einer sehr netten DRK-Helferin. |
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Geschrieben von Moses (Mail)
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Sonntag, 09. August 2009 um 09:36 |
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Es sträubt sich mir Niederlande zu sagen, denken werde ich wohl weiter Holland. Ich bin ein Stückchen weiter als Tolkamer/Lobith im Recreatiepark De Bijland. Scheint auch für Wasserski ein Paradies zu sein. Gestern war ich den km nach ziemlich schnell, über vierzig und erst mittags los. Eigentliches Ziel sollte Emmerich sein, da machte ich Fotos von der Stadt vom Wasser aus: ein wildes Hin und Her zwischen Gastanker, Kohleschiff, Passagierding. Ich hatte vor, die Begegnung zweier Schiffe corp dem Prospekt der Stadt mit der Hängebrücke draufzukriegen, aber meine Nase spielte mir einen Streich: die drückte immer wieder das Knöpfchen der Fokusmstellung und die Schärfeautomatik suchte sich blitzschnell den entsprechenden Punkt. Gleichzeitig war mein Unterkörper damit beschäftigt, die Strömungs- und Schiffswellen auszugleichen, die, weil nicht hingeguckt, Badesprosse lustig tanzen ließ. Beunruhigend finde ich, dass mein Kartenmaterial nun zu Ende ist. Vorgestern war ich noch im Weseler Kanu Club und konnte dort mit einem Kanuten sprechen, der gerade vom Rhein in den Anleger kam. Ein alter Hase, der sehr entspannt mit meiner Kartensuche umging. Er kennt sich halt aus und fährt seine Strecken. Umgucken sei wichtig und rechts fahren - Schifffahrtsstraße halt. Ein Bekannter wurde auch noch interviewt. Beide kamen zu dem Ergebnis, Emmerich sei ein gutes Ziel. Weiter wussten sie aus dem Kopf aber auch nicht. Weitwanderfahrten sind nicht besonders verbreitet. Das musste ich schon auf der Lippe lernen. Mir scheint, die Bootssportler haben sich damit arrangiert, mehr oder weniger von Brücke zu Brücke zu fahren, manchmal ist auch eine Anlegestelle Start oder Ziel. Keinesfalls aber eine Übernachtungsmöglichkeit direkt am Fluss. Ausnahme ein Campingplatz gelegen direkt an einer Autobahnbrücke. Wenn man sich an die wunderbare Stille auf dem Wasser gewöhnt hat, ist das ein ohrenbetäubender Zivilisationslärm, Lärm deswegen, weil ich mich auf die leisesten Geräusche konzentriere: das Platsch eines Fisches, das ich sogleich zu orten versuche, rauschendes Wasser, das eine schnell fließende Stelle ankündigt, eine nagende Ratte, die ich noch beobachten kann, bevor sie in Deckung geht, das Gurgeln von Kehrwasserstrudeln, Unterscheide zwischen Wasserrauschen, den Klang der Silberpappeln oder Nieselregen. Optisch ist nicht viel anders. Wasserlesen nenne ich das. Wo fließt was in welche Richtung, wo ist das Hauptfahrwasser, wo landet das treibende Boot einfach nur in den Büschen. Das Paddel ist die Handverbindung zum Wasser, nicht nur Antriebswerkzeug, sondern wie ein Blindenstock, Antrieb, Bremse, Steuer, Balancierstange, manchmal Segel, Astabweiser, Bootshakenersatz ... das Padderlblatt ist verlängerte Hand, denke an Entenfüsse - wie schnell die sind und präzise. Der Ausdruck "lahme Ente" ist wie so viele andere ein Irrtum. Gestern Abend gegen 8 Uhr sah ich einen Fahnenmast am Ufer, kurz hinter der Promenade von Tolkamer, wo ich ziemlich hilflos unter den Schiffsanlegern rumpaddelte, also zu dem Mast. Badesprosse landete mit dem Bug im Gemisch aus Kies und Sand, Ausgestiegen und das Boot ein wenig an den Strand gezogen, hochgeschlappt und eine Ortsbeschreibung auf niedeländisch gefunden. Karte entschlüsselt zweite Einfahrt rechts rein und einen Schornstein als Landmarke nutzen, prima Karte, nicht zu viel und das drauf, was ich wissen wollte: ist der Campingplatz von der Rheinseite oder von der Buchtseite zu erreichen. Erreiche den Bootsanleger, mache fest an Stegtonnen, ein Holländer, der mit drei Jungs am Angeln ist, zeigt mir den Weg zum Camping, der noch nicht zu sehen ist. Nach der Anmeldung schnappte ich mir eine Schubkarre und es ging zurück zum Steg - Boot entladen, und Badesprosse mit provisorischer Persenning überziehen. Alles fertig und losgeschoben mit Karren über wackeligen Steg, plötzlich Angelgewirr, Jungs haben Fisch, versuche mit Rad am Rand langzukommen, Obstbeutel landet im Wasser, die anderen lassen alles fallen und retten den Beutel. Um mich herum die Angelruten liegend und sowieso mit dem Rad schon am Rand, kann ich die Karre nicht abstellen, komme mir ziemlich machtlos vor, kriege unter Grinsen und viel Palaver mein frisch gewaschenes Obst wieder und darf abschieben. Alles abgeladen am Zeltplatz und die Karren in entgegengesetzter Richtung zum Steg weggebracht, will ich ans Werk zum Bereiten des Nachtlagers. Musste nur zur allgemeinen Belustigung nochmal Badesprosse entkleiden, weil das Wichtigste fehlte: das Zelt. Zum Abend gab es "chinesisch" gebratene Nudeln, Tütengericht. Im Dunkeln strolcht ein Kaninchen über den Platz. Kurz danach komatöser Schlaf mit ein paar Unterbrechungen durch heimkehrende Jugend. Hierstange keine Steckdose für Rasierer oder Fön - also auch kein Händifutter. Mal sehen was kommt, keine Karte, kein Strom, das Wasser kennt den Weg zur See. Gruss Mo |
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Geschrieben von Webbie
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Montag, 10. August 2009 um 13:47 |
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wir winken vom planaigipfel richtung holland! *herumfuchtel* mäms & webbie >ö_/ ::::) |
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Geschrieben von Moses (Mail)
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Montag, 10. August 2009 um 21:53 |
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Wasser wie Honig. Heute schon lange Geschichte geschrieben (10.08.). Windows Mobile abgestürzt. Übernachtet Vinzenz, Sonntag auf Montag in Bootshafen von den Pfadfindern bei Wageningen. Bis dahin Rhein bis Millingen, dann Pannedens Kanaal zum Neder-Rijn. Arnhem vom Wasser aus, Ausflugsschiffe viele, tolle Hausboote ... Bericht später. Sonntag ziemlich genervt, vielerlei Kleinstpannen und Ungeschicklichkeiten, wollte eigentlich am Ufer zelten, aber tote große Fische, einer in der Nähe einer rosa Rose, schrilles Bild. Aschenbecherdose und ein Eurostück im Hafenbecken versenkt. Mo |
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Geschrieben von Moses (Mail)
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Montag, 10. August 2009 um 23:34 |
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Das erste Mal aufgewacht um 4:15 Uhr, kalt, Tau, Mond zu sehen, Rücken nervt. 7:30 Uhr: halte es nicht mehr aus, gehe in die Büsche, belustige mich über Bootssteg, Durcheinander von Jugendlichen, sehr nebelig. Nutella, Zeit zum Schreiben, sicherheitshalber in Word, dann gespeichert, kopieren in Mail und dann versenden. Word ließ irgendwann keinen Buchstaben mehr zu, kein Speichern möglich, angeblich kein Platz, alles mögliche gelöscht, kopieren in Zwischenablage gelang auch nicht, irgendwann dann die Meldung ich solle Gerät zurücksetzen. Ich könnte auf dem Bootssteg zwei, drei Bretter weiter nach hinten rücken ... falsch ... Hilfe verriet: An PC anschließen und irgendwas mit activeSync machen ... aha ... windoof mobile ... wofür hab ich das Ding, wenn ich dann doch einen großen Rechner brauche. Also nüscht ist mit Text für gestern. Alles futsch. Mit den SMS ist's auch passiert und Web.de schaltet manchmal einfach ab. Schreiben wird zur Glücksache. Ich probierte es nochmal über Web.de, Postfach voll ... erst Mails löschen. Habe ich eine halbe Stunde lang gemacht ... alles einzeln, dann gemerkt, das ungelesene Mails nicht gelöscht werden, ist wohl sicherheitshalber, auch kein Spam. Also war eigentlich nichts passiert. Vorschreiben in Textverarbeitung geht auch nicht mehr - erstaunlich aber, dass das Ding nach der Komplettwasserung überhaupt noch geht. Bis 12 Uhr habe ich gebraucht, um Badesprosse wieder flott zu bekommen. Habe endlich das Transportwägelchen auseinandergenommen und verschwinden lassen. Flipps ist Kapitän geworden, ist navigatorisch Ranghöchster, kennt sich besser aus mit Meer und so und mich brauchts nicht mehr zu kümmern, dass ich besser nicht den Neder-Rijn zum Lek sondern Waal gefahren wäre. Wasser wie Honig ist schon kein schlechter Ausdruck gewesen, einen Mühlstein denke ich, haben mir irgendwelche Strolche unters Boot geschnallt. Der Rumpf scheint sich festzusaugen, läuft einfach nicht. In Rhenen mache ich Sightseeing und Einkaufsbummel. Danach konzentriere ich mich genau auf die Paddelschläge, weit vorn stechen, sehr senkrecht durchziehen, dabei den oberen Unterarm anschauen können, Körper leicht drehen und etwas nach hinten neigen, die obere Hand dabei leicht öffnen und Paddel gleichmäßig über die andere durchs Wasser hebeln - lang und gleichmäßig ziehen, Bootsrhythmus finden, Bug nichen lassen. Geht wieder. Sonntag hatte ich komplett die Techniken vernachlässigt, mehr im Boot rumgelümmelt und rechts und links das Blatt durchs Wasser platschen lassen. Beonderes: Bei Anlegemanöver nicht auf vorbeifahrendes Schiff geachtet, Boot war noch nicht sicher, Schwelle kam hoch und heftig, Ruder in Steinen verklemmt - man siehts, hörts und man kann nichts tun ... Drehachse verbogen, Halterung lose, Trockendock ist angesagt ... jedenfalls noch vor Amsterdam. Brot gekauft, sehr dunkel, trotzdem wie Toastbrot, kann man zusammdrücken und auch aufrollen wie eine Isomatte, aus der dann die Luft entweicht. Ist dann etwa so dick und formstabil wie Zigarren. Leckerei ist es trotzdem! Fährenrennen geht so: Fähre sichten, raten, an welcher Seite man durchkommt, die streng durchfahren und feste Paddeln, damit es klappt (oben bechriebene Paddelführung wird dabei noch mit Körpereinsatz unterstützt, der eher an Rudern erinnert) ... Badesprosse kann dann sehr schnell sein. Unbeladen und dann wie vorgesehen zu zweit ist das bestimmt geölter Torpedo. Standort: Camping an Fähre zwischen Amerongen und Eck en Wiel ... Kantine schloss zeitig um Viertel vor statt um Neun, zum Kaffeekochen überredet, bis zwanzig nach geblieben, dabei 20% Akkukapazität bekommen (keine Steckdosen in Waschräumen). Badesprosse wegen der vielen Kids mit Plane abgedeckt ... gut gewesen, nach Kaffee schon mehrere Liter Wasser gesammelt, die nicht im Boot sind. Er regnet in kurzen Schüben, manchmal mit fester Böe. Wunschziel Morgen: Amsterdam-Rijn-Kanaal, an Utrecht vorbei. Gute Nacht Mo |
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